Anfahrt nach Gibraltar

29.3. – 8.4.13

Gegensätze

PageLines- IMG_06522.jpgPageLines- IMG_12392.jpgPageLines- IMG_12292.jpgDie Anfahrt zur grossen Tour von der Schweiz bis nach Gibraltar lässt sich in einem Wort zusammenfassen: Gegensätze prägten diese ersten 8 Tage. Vom Wetter, von Schnee bis strahlender Sonnenschein, über die Temperaturen, von minus 0.5C bis 23.5C, bis hin zum Essen, die ganze Bandbreite von Hundefutter bis zu kulinarischen Höhepunkten, haben wir so ziemlich alles erlebt.

Der erste Tag hat uns bereits überrascht: Schnee auf dem Weg vom Berner Oberland ins Fribourgische. So langsam sind wir noch nie die kleinen kurvigen Strassen durch den Wald gefahren. Jede Sekunde Angst, dass die Bikes abschmieren! Dementsprechend wurde dann auch ohne grosses Überlegen die Entscheidung getroffen, bis Sion die Autobahn zu nehmen. Geschafft. Müde aber glücklich hatten wir diese erste Etappe hinter uns gebracht.

PageLines- _DSC28972.jpgPageLines- _DSC28922.jpgPageLines- _DSC28882.jpgDer erste Höhepunkt erwartete uns am Ostersonntag mit Temperaturen bis zu 16 Grad und für einmal auch kein Dauerregen. Doch der Schnee hat uns dann auf der Fahrt nach Andorra wieder eingeholt, wenn auch nur kurz auf der Passhöhe und Gott-sei-Dank nur in der Luft und nicht auf der Strasse.

Das spanische Hochland hat uns dann zwar noch einmal mit einem ganzen Tag Regen beglückt, doch dann hielt Spanien, was die Werbung verspricht: Sonnenschein pur und langsam aber sicher auch steigende Temperaturen.

Die spanischen Strassen sind ja an und für sich schon eine eigene Geschichte wert: da gibt es feine grosse doppelspurige Strassen mit schönen langezogenen Kurven, die so richtig Spass machen, aber auch die ollen kleinen holprigen Wege, die von Löchern und Absenkungen nur so übersät sind. In den Dörfern dominieren fusshohe Schwellen über die man mit max. 20km/h fahren kann. Jeder Fussgängerstreifen wird so gesichert, was zu sehr mühevollen Dorfdurchfahrten führt. Und das zweite, was die Spanier lieben sind Kreisel. Sie übertreffen da sogar die Franzosen, die ja auch an jeder Ecke einen Kreisel haben.

PageLines- IMG_12492.jpgPageLines- 20130401_1910332.jpgDas lustigste Erlebnis hatten wir in einem winzigen Dörfchen in der Pampa, als wir  einem im Schrittempo fahrenden Auto folgten. Es sah so aus als ob der Fahrer eine Parklücke suchte am rechten Rand. Stimmt, da vorne war auch schon so eine Lücke ausgemacht: immer langsamer, immer näher an den parkierten Wagen fuhr das Auto, bis auf einmal ein langezogenes Kreischen von Metall auf Metall ertönte und das parkierte Auto längs geknutscht wurde. Wir trauten unseren Augen nicht!!!!

Nebst den Strassenverhältnissen mussten wir uns auch erst den spanischen Essenszeiten anpassen, so ab 14.00 Mittag und dann ab 20.30 Abendessen. Das ist soweit ok, sofern man denn überhaupt ein Restaurant findet, das Essen anbietet. In Alcorisa hatten wir zwar ein super herziges Hostal gebucht, aber im ganzen Ort gab es keine einzige Beiz, die den Namen Restaurant verdient hätte. In unserer Herberge haben sie uns dann offeriert, ein paar Tapas zu machen. Gut sagten wir uns, das ist ja prima. Das war die schlimmste Mahlzeit, die wir je gegessen hatten, Hundefutter hätte sicher besser geschmeckt. Ein Erlebnis der besonderen Art.

Dafür hatte Andorra eine positive Überraschung für uns parat, was die Gaumenfreuden anbelangt: ein traditionelles kleines Lokal – die Taberna – mit einem ausgesucht freundlichen Kellner, wo wir Artischocken, Ravioli und Lammkotelettes vom Feinsten geschlemmt haben, zusammen mit einem sehr feinen Duero.

Und eine Tagesroutine haben wir auch schon entwickelt: 7.00h Aufstehen, 8.00 Frühstücken und spätestens um 9.30 sind die Bikes bepackt, wir eingemummelt und abfahrbereit. Die Töffmontur anziehen wird langsam weniger, das Regenzeug haben wir nun schon mehrere Tage nicht mehr benötigt. Mal sehen, was die nächsten Etappen so bringen werden.

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2016-11-24T09:39:56+00:00 9. April, 2013|Allgemein, Gibraltar, Mittelmeer, Motorrad, Notizen|