In den Süden 2016-11-24T09:36:19+00:00

In den Süden

23.12.14-4.1.15

Ganz klar das Motto für den Anfang unserer Reise war „so schnell wie möglich südwärts“. Weils uns aber so gut gefiel, mit dem neuen LKW möglichst kleine Schweizer Strässchen zu fahren, haben wir die Strecke von zu Hause über Menzigen bis Cham grad mal 2x gemacht. Und da wir so effizient sind, haben wir, bevor wir die Strecke das 2. Mal angegangen sind, auch noch den Pass von daheim mitgenommen!

Und weil‘s so schön war in der Nähe von Luzern, haben wir dort in der Mercedes Werkstatt auch noch grad die Batterien vom Aufbau gewechselt, irgendwie hatten wir trotz Landstrom nie genug Volt. Inzwischen war es schon gut nach 17.00 Uhr und so wurde es ein Schweinegalopp bis Frankreich, weil wir doch wirklich noch mindestens über eine Grenze wollten. Geschafft! Spät, müde und glücklich haben wir dann auch noch einen lauschigen Schlafplatz gefunden.

Am Weihnachtstag haben wir gemerkt, dass unsere Toilette nicht ganz dicht war, aber als unerschrockene Handwerker haben wir auch das Problem flugs behoben. Und dann sind wir bis Barcelona durchgebrettert. Wir wollten anderntags 2 Kollegen in Almeria zum Dinner treffen. Die hatten einen tollen Platz für uns am Hafen gefunden und der gemeinsame Abend war wirklich super schön.

Da meine Zahnschmerzen nicht wirklich besser wurden und meine Backe schon eine prächtige Beule entwickelt hatte, habe ich meine gesamte Zahnarztphobie über den Haufen geschmissen und bin in eine Dental-Klinik. Diagnose und Behandlung: zuerst Antibiotika nehmen und wenn das nicht hilft nach einer Woche wieder zum Zahni – in Marokko!!! Das Antibiotikum und meine Selbstheilungskräfte haben gemeinsam ganze Arbeit geleistet und nach einer Woche war die Entzündung weg.

Wir fuhren bis Algeciras und besorgten uns die Tickets für die Fähre am darauffolgenden Tag. Auf dem Parkplatz vor den Einkaufszentren standen viele Caravans, die alle den Winter in der Wärme Marokkos geniessen wollen. Es waren zwar nicht so viele wie sonst, wie wir später erfuhren, da die Auswärtigen Ämter von Frankreich und Deutschland eine Warnung vor Reisen nach Marokko ausgesprochen hatten.
Die Fähre ging zwar nicht wie behauptet um 11.00 sondern erst um 13.00 Uhr, war dafür aber bereits nach 2 Stunden in Tanger. Soweit so gut. Und wenn man nicht wie wir auf dem Schiff bleiben muss, weil wir unseren Pass nicht abgestempelt haben (muss man auf dem Schiff machen und nicht am Hafen), kann man auch grad zum Zoll durchfahren. Nachdem der Zöllner nach ausgedehntem Lunch aufs Schiff zurückkehrte, konnten wir endlich unseren Stempel abholen und alle unsere Fährkumpel am Zoll wieder begrüssen. Nach zügigen 2 Stunden wurde unser LKW dann in 2 Sekunden gründlichst durchsucht und schon waren wir bereit für Marokko.

Nachdem wir Diesel, Wasser und Telefonkarten getankt hatten, haben wir Tanger auf der Suche nach einem Standplatz unsicher gemacht und sind dann in den Campingplatz eingefahren fast ohne Schäden am Eingangstor.

Der Verkehr ist natürlich unglaublich, was uns LKW Frischlingen einiges abfordert an Konzentration und Kalkül. Andererseits verzeiht diese Chaoten Fahrerei aber auch unsere Fehler und wir dürfen weiterhin noch einiges lernen und an Routine gewinnen. A propos Routine: auch im Handling mit dem Womo respektive den Abläufen in der Mini-Wohnung müssen wir erst noch unsere kleinen Abläufe lernen, so dass wir uns nicht auf den Füssen rumlatschen. Denn das mit am Abend draussen sitzen ist nicht. Es ist mega kühl, sobald die Sonne untergeht, was sie zur Zeit so um ca. kurz nach 18.00 Uhr macht. Ein weiteres lustiges Kapitel ist das „wo ist ein schöner Standplatz?“-Kapitel. Selbstverständlich gehen da die Sichtweisen durchaus mal auseinander, bevor sie sich sanft wieder treffen ;-))
Hier also ein kleiner Tipp für Neu Camper: Standplatzsuche spätestens ab 16.00 Uhr beginnen (Tageslicht!) und unbedingt eine warme Daunenjacke mitnehmen nach Marokko, es ist wirklich kühl abends. Und da in all den Restaurants auch nicht geheizt ist, vielmehr die Türen überall speerangelweit offen stehen, ist es mit der Gemütlichkeit nicht ganz soweit her.

Wir also immer weiter runter – in der irrwitzigen Hoffnung weiter südlich sei es wärmer, da wir ja glatt die Daunenjacken zu Hause gelassen hatten – bis Rabat, Casablanca (Ricks Café könnt ihr vergessen, aber die Hassan II Moschee ist wirklich sehenswert)

und Agadir, immer dem Meer entlang. Es gibt übrigens am Atlantik so einige coole Surfer Spots; die Wellen brechen sich da ganz schön. Und es gibt auch einige wirklich eindrucksvolle Landschaften und schöne, malerische Badestrände. In einigen dieser Gegenden wird zur Zeit auf Teufel-komm- raus gebaut. Unglaublich grosse Komplexe, die uns an die Spanische Costa del Sol Verschandelungen erinnerten, und die allesamt leer und zum Verkauf stehen. Doch wird immer noch mehr gebaut. Wir fragen uns, wer das denn wohl kaufen soll?

In Agadir konnten wir ein paar Reparaturen erledigen lassen, ein nettes Ehepaar hatte uns den Tipp von diesem Caravan Mechaniker gegeben und sind dann bis Tiznit die letzte Station am Meer durchgefahren. Ab hier geht es dann Land einwärts in die Ausläufer des Anti Atlas.

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