16.12.25 bis 6.1.26
Nach über 10 Jahren Reise mit Globi erleben wir zum ersten Mal, dass die Wohnkabine nicht auf Anhieb funktioniert. Wir sortieren unsere Möglichkeiten.
Ankunft
Es ist uns eine grosse Freude als wir unseren Globi unversehrt und von der Sonne mit Tüchern geschützt auf der Farm von Mohammed vorfinden. Nach dem Entfernen der Tücher startet Globi auf den ersten Kick problemlos. Den Masterbus können wir allerdings nicht aktivieren, es geht nicht. Offensichtlich haben sich die Lithiumbatterien aus unerklärlichen Gründen entleert, obwohl die Solarzellen genügend Strom geliefert haben. Wir fahren zu einem Hotel, wo wir die Nacht verbringen und weitersehen können, was zu tun ist. Wir versuchen vom Hotel Strom zu erhalten, aber sie geben uns keinen! Ich kontrolliere die Relais. Das Hauptschalt-Relais ist eingeschaltet, das Tiefentlade-Relais ist ausgeschaltet und wenn ich es von Hand einschalte, fliegt es nach einer bestimmten Zeit wieder raus. Das bedeutet die Lithium-Batterien sind tiefentladen.
2. Tag
Beno, unser Mastervolt-Spezialist, kann trotz seiner Ferien per Teamviewer auf unser System schauen und feststellen, dass die Batterien tiefentladen sind und dass die vordere Batterie Fehler anzeigt und immer das Relais wieder auslöst. Dank dem Hotelangestellten, der mich chauffiert, kann ich eine Werkstatt finden, die mir erlaubt Globi über Nacht an den Strom zu hängen.
3. Tag
Super, wir haben wieder Strom, jetzt kann es losgehen. Wir fahren die Treppe raus und fangen endlich an uns einzurichten. Komischerweise bleibt die Batteriekapazität den ganzen Tag und auch nach der nächsten Nacht immer auf etwa 96%, die Spannung bricht jedoch immer mehr zusammen. Das verstehe ich nicht.
4.Tag
Nach Rücksprache mit Beno, der die Angaben auch sehr suspekt findet, hänge ich die vordere, fehlerbehaftete Lithiumbatterie ab. Jetzt bricht die Spannung innerhalb von drei Minuten komplett zusammen und wir haben wieder eine Tiefentladung. Nach Diskussion mit Beno entscheiden wir uns keine neuen Batterien herschicken zu lassen, sondern Globi nach Europa zu verladen. Gabi beginnt die entsprechende Organisation.
5. Tag
Wir starten Richtung Dschidda, wo wir einen Termin zum Jahreservice bei MAN haben. Nach etwa 350km finden wir ein nettes Hotel, das uns Strom und ein schönes Zimmer gibt. Da ich Angst habe, dass die Lithiumbatterien Strom von der Starterbatterie nehmen könnten, löse ich das Relais zum Notstart zwischen den beiden Batterien physisch komplett. Gabi erhält die Info, dass wir einen Platz auf einem Schiff nach Antwerpen haben können, zu einem Preis, der mir beim Hören schon wehtut. Wir nehmen den Platz.
6. Tag
Wir fahren den ganzen Tag etwa 650km. An einer Raststätte halten wir an, um auf die Toilette zu gehen. Nach der Toilette startet Globi nicht mehr. Die Starterbatterie ist am Ende, obwohl wir über fünf Stunden gefahren sind und keine Meldung erschienen ist, dass der Generator nicht laden würde. Nach dem dritten Startversuch kommt er wieder, halleluja! Auf einer Raststätte können bei einem Inder Strom erhalten und schlafen im Globi.
7. Tag
Am Morgen startet Globi knapp, aber er startet. Wir fahren zu MAN, ohne den Motor noch einmal abzustellen und schaffen es vor dem LKW-Fahrverbot, das in Dschidda sehr rigoros ist, bei MAN anzukommen. Glücklich in Sicherheit zu sein. Am Nachmittag wird der Jahresservice durchgeführt, Filter und Öl gewechselt und Globi erhält eine neue original MAN-Batterie, die ein wenig stärker ist als die Alte. Wir fühlen uns wieder sicher unterwegs. Gabi erhält die Meldung, dass wir mit unseren Papieren ein Zollproblem haben, da die Saudis bei der Einreise keine Papiere stempeln, sondern alles nur elektronisch speichern. Für die Ausreise benötigen wir für den Zoll aber ein solches Papier!
8. Tag
Der Manager hat uns ein externes Team organisiert, das unsere 6 Reifen, die wir in den VAE kaufen konnten und durch die Hilfe von Freunden hierher spediert wurden, montiert. Die MAN-Werkstatt macht das nicht. Das Fahrwerk ist nun perfekt vorbereitet für das Reisen.
9. Tag
Sobald das LKW-Fahrverbot aufgehoben ist, holen wir Globi ab. Wir tanken alle unsere Tanks voll, so schnell kommen wir nicht wieder an so günstigen Diesel. Als wir auf dem Hotelparkplatz ankommen, stellen wir fest, dass wir ein Dieselleck haben. Es läuft Diesel aus den Separfiltern, die gestern in der Werkstatt gewechselt worden sind. Wir organisieren sofort einen Mechaniker von MAN (am Freitag in Saudi-Arabien), der das Leck provisorisch dichtet. Er kommt und dichtet es provisorisch. In der Zwischenzeit sind über 250l Diesel auf den Parkplatz des Hotels gelaufen. Wir fahren Globi wieder zurück in die Werkstatt, um den Schaden sauber zu reparieren.
10. Tag
Wir können Globi wieder abholen, er scheint dicht zu sein. Da die Starterbatterie während den über 1‘000km Fahrt immer schwächer geworden ist, glaube ich, dass die defekten Lithiumbatterien irgendwie Strom von der Starterbatterie fressen. Ich hänge die Lithiumbatterien beide komplett physisch ab, damit ich sicher bin, dass kein Strom mehr fliessen kann.
11. Tag
Warten, auf Lösungen von Massi, dem Spediteur und Beno, dem Mastervolt-Spezialisten sind sehr anstrengend für mich.
Beno findet das Abhängen der Batterie gut. Zum lokalen Händler, dem ich ihm angegeben habe, hat er sich nicht geäussert.
12. Tag
Meldung vom Zoll, dass unsere Anfrage akzeptiert wurde und dass der Prozess in der Zollverwaltung laufen würde.
Darauf räumen wir die Fahrerkabine leer.
Die lokale Spedition hält uns auf Trab, sie brauchen Dokumenten noch einmal, die sie schon hatten, und wollen sie schliesslich auch noch einmal gescannt haben. Jedoch sieht es so aus, als ob der Zoll freigegeben wäre. Sicher sind wir uns noch nicht.
13. Tag
Heute Morgen erhalte ich ein „Schnüerlischreiben“ mit einer „Schnüerlibeilage“ ich verstehe nur Bahnhof und hoffe, es ist keine Rechnung, die ich sofort bezahlen muss.
Heute verschliessen wir die Fenster von Globi mit unseren Schiffsblechen und klappen den Unterfahrschutz wieder raus, damit Globi wieder offiziell strassentauglich ist.
14. Tag
Heute dürfen wir Globi beim Hotel an 220V hängen, was uns erlaubt alle Schlösser der Stauboxen zu schliessen. Jetzt ist Globi komplett verschlossen und bereit für seine Fahrt durch den Suezkanal.
Damit ich Globi im RoRo-Hafen in den Hafen fahren darf, brauche ich eine Erlaubnis, wie überall auf der Welt. Die Agentur hat diese Erlaubnis nicht eingeholt und wollte Globi mit einem Kran auf einen Anhänger laden lassen. Dadurch wäre Globi 100%ig sicher massiv beschädigt worden. Der Agent meinte, ja ziemlich sicher schon! Ich bestand auf einer Einfahrbewilligung und mache mit dem Agenten einen Termin am Hafen um 1100h aus. Mit dem Agenten gehen wir zum Zoll, die wollen alles genau wissen, haben sämtliche Papiere noch einmal kontrolliert und behauptet der LKW sei schon zu lange im Land, das gäbe eine Buse. Ich erklärte ihnen, einfach dass ich für das Fahrzeug eine Bewilligung für ein Jahr hätte. Sie waren zufrieden mit meiner Aussage und erklärten, dass sie keine Bewilligung ausstellen würden, das könnte lediglich die Hafenbehörde tun, eigentlich logisch. Ein paar Kilometer weg fahren wir zur Hafenbehörde, wo ich etwa eine Viertelstunde mit Ausweis und Erklärung brauche, bis ich Einlass erhalte. Der zuständige Manager erklärt uns etwas aufgebracht, dass es drei verschiedene Bewilligungen bräuchte und er erst als letzter unterschreiben würde. Er sei heute noch bis 1600 hier, danach am Sonntag wieder. Er schreibt uns den Ablauf des Prozesses auf. Als nächstes gehen wir zur Border Control. Hier erklärte man uns, dass der Broker, das ist der Mann innerhalb des Hafengeländes, einen Antrag stellen müsste, bevor sie das bearbeiten würden. Nach einer Stunde kam der Antrag. Als der Beamte den Antrag gelesen hat, verlange er von allen meinen Ausweisen eine Fotokopie. Er war nicht bereit selbst eine zu machen. Also fahren wir 15km in die Stadt zu einem book shop um Kopien zu machen. Der book shop schloss aber um1400. Also fahren wir ins Office des Agenten die nächsten 8 km durch die verstopfte Stadt. Hier machen wir Kopien und erstellen einen Brief in „Würmlischrift“ worin ich die Situation erkläre. Damit fahren wieder zurück in den Hafen zur border control. Jetzt sagt uns der Beamte, dass die Zeit abgelaufen sei und wir einen neuen Antrag stellen müssten. Der Agent telefonierte dem Broker er solle einen neuen Antrag erstellen, aber der Antrag kommt über eine Stunde nicht und der Beamte der border control schickt uns weg. Der Tag ist vorbei wir fahren wieder in die Stadt ohne Erfolg, morgen ist Freitag und da geht gar nichts. Unterwegs erhalten wir einen Anruf, dass der Antrag jetzt gestellt sei. Wir wenden und fahren wieder zur border control. Nach langen Übersetzungsproblemen mit schwarzem LKW, der bei ChatGTP als weiss rauskam, erhalte ich ein pdf als Permit, das nur am Samstag gültig ist. Es ist jetzt 1800.
15. Tag
Ich fotografiere Globi’s Wohnraum und verschliesse ihn definitiv.
16. Tag
Anstatt um 0800 erhalte ich die grüne, heute gültige, Einfahrtbewilligung des Agenten erst um 0930, aber immerhin. Wir lassen die Bewilligung im Hotel zur Sicherheit dreifach farbig ausdrucken. Sofort fahren wir zum Hafen Gate 4, wir sind um 1000 da. Leider ist kein Broker da, der uns begleiten würde. Die Agentur reagiert zwar auf WhatsApp, aber gemacht wird nicht viel. Der Broker sollte gemäss Agentur hier sein, was leider nicht wahr ist. Um 1131 erhalte ich die Anweisung der Agentur ich solle reinfahren, der Broker würde mich dann schon finden. Ich fahre rein und werde trotz Bewilligung bereits am ersten Tor wieder zurückgewiesen, weshalb verstehe ich nicht, niemand spricht englisch. Ich melde mich wieder bei der Agentur, der Broker wird kommen. 1328 stehe ich immer noch zwischen den Gates und mir wird dauernd versprochen der Broker käme jetzt sofort, er taucht gar nie auf. Um 1440 kommt der junge Angestellte, der mit mir am Donnerstag durch die Administrationen geirrt ist. Er ist eine Hilfe, weil er versteht, was die Beamten wollen. Wir fahren zusammen zur Hafenbehörde, weil deren Bewilligung fehlt. Nach einer Stunde haben wir die und ich kann das erste Tor passieren. Beim zweiten Tor stecke ich wieder fest und werde zurückgeschickt. Die Agentur hat die notwendigen Papiere nicht bereitgestellt. Der Angestellte fährt in die Agentur und holt diese Papiere. 1540 kann ich mit den Papieren das zweite Tor passieren. Den Broker habe ich noch nie gesehen. Er schickt mir eine Google-Position im Hafen, wo ich hinfahren soll! Ich finde diesen Ort, es ist die Stelle, an der die LKWs gewogen werden. Ein Mann klopft an das geschlossenen Häuschen der Beamten. Ich gehe auf ihn zu und frage ihn, ob er der Broker sei. Daraufhin zeigt er mir ein Foto meines LKWs, er spricht kein Englisch! Er versucht noch etwas im Verwaltungsgebäude, dann verschwindet er wieder. Es kommen immer mehr LKWs. Die Driver sind nett und informieren mich, dass um 1900 Schichtwechsel sein und dann vermutlich jemand kommen würde. Wir trinken Tee und warten. Der Schichtwechsel findet statt, aber niemand kommt zur Waage. Über den jungen Angestellten, der mit seinem Assi am Tor wartet, erfahre ich, dass der Broker heim möchte und den Prozess morgen weiterführen will. Ich sträube mich und möchte noch etwas warten, damit ich die Kontrolle habe. Um 2000 brechen wir ab und der Broker lässt mir wieder einen Google-Standort zukommen. Ich weigere mich nachts durch den Hafen zu fahren, er soll herkommen und vorfahren. Er kommt tatsächlich und ich sehe, dass er mindestens autofahren kann, immerhin. Er führt mich zu seinem Stellplatz. Der verantwortliche Inder möchte, dass ich ablade. Ich erkläre ihm, dass das kein Aufleger, sondern ein LkW am Stück ist und dass ich den Wohncontainer nicht abnehmen kann. In dem Fall seien wir völlig am falschen Ort. Er erklärt dem Broker, wo der richtige Ort ist. Er fährt mir dahin vor. Der Verantwortlich will uns nicht parken lassen, weil die Papiere nicht vollständig sind. Nach langer Diskussion lässt er es dann zu und unterschreibt, dass der LKW bei ihm parkiert ist, mit steckendem Schlüssel! Der Broker fährt mich zu dem jungen Angestellten aus dem Tor und verschwindet wieder. Der junge Angestellte fährt mich freundlicherweise ins Hotel, wo ich um 2130 ankomme.
17. Tag
Um 1100 wollte die Agentur unbedingt die beiden cdp, die nicht eingestempelt sind. Ich weigerte mich zuerst, bis mich Massimo, von unserer Schweizer Agentur überzeugt sie auszuhändigen. Um 1255 kommt der Kurier und holt die beiden cdp ab. Um 1755 erhalte ich die Meldung der Agentur, dass die Clearane des Zolls mit den entsprechenden Dokumenten vorliegt. Globi wird also definitiv verladen.
18. Tag
Warten auf Verschiffung.
19. Tag
Warten auf Verschiffung.
20. Tag
Globi ist on board.

Dia-
gefahrene
nächste
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