Senero: von einer Bombe zu einem Expeditionsmobil

Eine weitere Station von Globis Wellness-Kur in Europa war ein Stopp bei Beno von Senero, dem Schweizer Spezialisten für Mastervolt. Eigentlich wollte wir lediglich ein paar Kleinigkeiten erledigen lassen, wie den Anschluss für unseren neuen Radio und unsere Aussenküche ausführen lassen. Beim Blick in die Installation lief es uns kalt den Rücken runter. Wir sind auf einer Bombe durch Afrika gefahren, nur unser Schutzengel hat uns am Leben erhalten! Wir stellten eine Unmenge von Kabelbränden fest. Die Kabel haben sich durch Überhitzung miteinander verklebt, die Isolation ist teilweise komplett durchgeschmolzen. Eine Katastrophe!

Der ursprünglichen Aufbauer hat auch diesbezüglich eine lebensgefährliche Arbeit abgeliefert. Die drei Stromkreise der Starterbatterie des Basisfahrzeugs, der Aufbaubatterie und der Starterbatterie des Generators waren zwar miteinander verbunden um sich gegenseitig laden zu können, jedoch bestand keine Verbindung der Massen. So konnte Strom fliessen, ohne dass das vom einen oder anderen System (Sicherungen) bemerkt werden konnte und – es sind Ströme geflossen! Wir mussten als erstes alle Massen mit dem Chassis verbinden. Dazu gibt es einen Kit von MAN, den alle die einen eigenen Stromkreis auf dem Chassis erstellen als erstes einbauen müssen, das wusste unser Aufbauer offensichtlich nicht.

Das grosse Desaster fanden wir jedoch bei den Leiterquerschnitten. Es  ist mir klar, dass ein Nichtfachmann mit der Formel
A=(1.732∗L∗I∗cos)/(y∗Ua)
nicht viel anfangen kann, aber jeder Kabellieferant stellt auf seiner Internetseite einen Kabelquerschnittrechner zur Verfügung. Zum Allgemeinwissen eines Fahrzeugbauers gehört das primitive Wissen, dass die Leitungslänge den Widerstand im Kabel erhöht und zu Spannungsabfällen führt. Diese können so groß werden, dass Geräte nicht mehr funktionieren oder das Kabel mitsamt Isolierung einen Kabelbrand verursacht. Wir mussten feststellen, dass das Kabel von der Aufbaubatterie zur Installation mit 25mm2 ausgeführt und teilweise durchgebrannt war. Nach der Berechnung muss das Kabel jedoch 120mm2 Querschnitt aufweisen. Durch eine intelligentere, kürzere Verlegung konnte Beno den Querschnitt auf 95mm2 reduzieren. Das Ladekabel vom Aufbau-Alternator auf die Installation war ebenfalls mit 25mm2 ausgeführt, nötig war 70mm2. Dieses Kabel und das Kabel, das die Starterbatterie des Generators laden musste, waren vollständig durchgebrannt und erzeugten entsprechende Kurzschlüsse, die nicht abgesichert waren. Weitere Kabel der Stromversorgung der Verbraucher waren angebrannt und mussten ausgewechselt werden. Der Ausgang des einen Inverters ist durchgebrannt, der Schnitt-PC ist verbrannt, der USB-Hub und der Ethernet-Hub sind komplett verbrannt.

Wir sind ausserordentlich glücklich, dass wir in den Jahren in Afrika nicht mitverbrannt sind, dass auch unser Globi noch funktioniert und dass wir «nur» materielle Schäden erlitten haben.

2018-09-21T21:56:32+00:0021. September, 2018|Allgemein, Globi, Wellness 18|

2 Comments

  1. Helmi Fuchs 4. Oktober 2018 um 20:31 Uhr

    WOW, Schutzengel mit Sonderschicht. Da waren aber echte Handwerkskünstler am Werk.

  2. Peter Strub 6. Oktober 2018 um 18:26 Uhr

    das kannste laut sagen!

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