10.12.21 bis 22.12.21

Wir geniessen es alte und neue, auch alte und junge Freunde wieder zu treffen. Reisebekanntschaften sind eine ganz besondere Art von Freundschaften, ihre Wärme ist ein Teil unseres Reiseelixiers.

Glücksmoment

Das Reisefeeling stellte sich erst richtig ein, nachdem wir alle unsere Pflichttermine abgefahren hatten, erst jetzt fühlen wir uns wieder frei und unabhängig, das Gefühl, das wir beim Reisen unter anderem auch suchen und schätzen. Wir können wieder bestimmen, ob wir bleiben oder fahren, wo wir wann anhalten und verweilen und wo es uns hin spült. Es ist ein herrliches Freiheitsgefühl. Wir sind uns durchaus bewusst, dass nicht viele Menschen diesen Luxus geniessen können – oder wollen – und sind entsprechend auch sehr dankbar dafür.

Begegnungen

In der kurzen Zeit, in der wir durch Uruguay fahren, erleben wir wieder ganz tolle Begegnungen.

Heinz, ein pensionierter Schweizer, kontaktiert uns als wir vor Fray Bentos stehen und lädt uns spontan zu sich nach Sacramento ein. Er hat sich auf zwei Hektaren seinen Traum verwirklicht und möchte nicht mehr zurück in die Schweiz. Wir geniessen mit ihm und seinen österreichischen Gäste eine glückliche Zeit auf seinem Anwesen.

In Piriapolis treffen wir unseren Freund Dieter und Paola. Wir schaffen es sogar Globi in seinem Garten zu parken. Die Tage bei ihnen verfliegen wie im Flug und wir schätzen die schöne Zeit mit den beiden sehr.

In La Paloma treffen wir endlich wieder auf Chris und Angie. Die beiden haben die Pandemie in Südamerika ausgesessen und können jetzt endlich auch wieder reisen. Das Wiedersehen ist emotional. Mit ihnen treffen wir auch Marcus mit seiner Hündin Frieda, die glaubt ein Mensch zu sein. Wir trennen uns vor Weihnachten, weil wir alle andere Pläne für die Festtage haben und hoffen, dass wir uns irgendwann, irgendwo wieder sehen können.

Tücken der Technik

Die Temperaturen steigen langsam an. Am Meer haben wir jedoch nie über 32°C. Sobald wir ins Landesinnere fahren, steigen die Temperaturen deutlich an und wir vermissen unsere Klimaanlage. Sobald wir länger nur im Schatten stehen, fehlt uns auch der Generator, da die hohen Temperaturen unseren Kühlgeräte Höchstleistungen abfordern.

Zum Schmunzeln

Auch in Uruguay ist Maskenpflicht, sobald man einen Laden oder ein öffentliches Lokal betritt. Die Maske verhindert jedoch, dass ich direkt vor mir auf den Boden sehen kann, ich bin nicht partiell blind, aber mindestens in meiner Sichtweite eingeschränkt. Die Ladenbesitzer nutzen diese Tatsache aus und bauen direkt beim Eingang eine Schwelle ein, die ich natürlich nicht sehen kann. Altersgerecht stolpere ich in der Folge über diese hinterlistige Schwelle und falle der Länge nach in das Verkaufslokal. Das ist ja schon mal peinlich, weil natürlich sofort alle jungen Damen mir zu Hilfe eilen, viel ungeschickter von mir ist jedoch, dass ich gemäss Murphy natürlich genau auf meine defekte Schulter falle. Als alter Indianer verweigere ich trotzdem weiterhin alle Schmerzmittel.

Globi ist ja ein Sympathieträger. Seit Uruguay wissen wir, dass er auch ein Nestträger ist. Unter der Kühlerhaube von Globi hat sich ein Vogelpaar auf dem Campo ein Nest gebaut, alles in dem extrem schmalen Raum. Die Jungvögel sind offensichtlich heil zur Welt gekommen, waren immer durch Globi von allen Raubtieren geschützt und konnten vor unserer Abfahrt noch ausfliegen. Globi ist also jetzt auch Mutter, leider konnte er nichts zur Befruchtung beitragen, sonst könnten wir so kleine Globis erzeugen.