Als Overlander sind wir auf offene Grenzen und gastfreundliche Menschen angewiesen. Wenn diese Voraussetzungen nicht mehr gegeben sind, wird das Reisen nicht mehr freudig sein. Aktuell sind beide Faktoren nicht gegeben und das Reisen ist, nicht nur für Overlander, unterbunden.

Grenzübertritt

Nach offiziellen Angaben ist es nicht möglich vor dem 1. September 20 nach Argentinien zu reisen, die Grenzen bleiben voraussichtlich so lange geschlossen, ein regulärer Flugbetrieb existiert zurzeit nicht. Die Provinzgrenzen sind im Moment ebenfalls geschlossen und können lediglich mit Spezialbewilligungen überschritten werden. Wir erhielten jedoch keine offiziellen Angaben, welche Provinzen die Grenzübertritte wann und wie ändern werden. Die Provinzen haben diesbezüglich ziemlich freie Hand.

Restriktionen

In grossen Agglomerationen sind die Einschränkungen immer noch sehr strikte. Das Verlassen des Grundstücks oder Wohnung ist lediglich einer Person im Haushalt gestattet und ausschliesslich für lebensnotwenige Besorgungen, ansonsten herrscht strikte Ausgangssperre. Einige Provinzen haben jedoch am Wochenende vom 6./7. Juni 20 begonnen einen leichte Öffnung durchzuführen. Die Menschen dürfen sich dort wieder frei draussen bewegen, müssen aber Abstand halten und sollten möglichst zu Hause bleiben.

Politische Entwicklung

Durch die mehrmonatige Ausgangssperre kann es in grösseren Agglomerationen zu Unruhen kommen, da die sozial benachteiligten Menschen viel stärker unter der Ausgangssperre leiden und keine Möglichkeit mehr haben ihren Lebensunterhalt zu erwirtschaften. Sie hungern und sind zusätzlich psychisch belastet, da sie mit vielen Familienmitgliedern in kleinen Wohnungen aushalten müssen. Es wird auch nach Schuldigen gesucht und da stehen Reisende an vorderster Front, da sie nicht nur Geld, sondern auch Viren ins Land gebracht haben.

Fazit

Aus heutiger Sicht ist an Overland-Reisen in Argentinien und in Südamerika frühestens im Spätherbst zu denken. Das unbeschwerte Reisen, das wir alle immer so geliebt haben, könnte der Vergangenheit angehören. Wenn die extreme Gastfreundlichkeit und die Lebensfreude der Südamerikaner ebenfalls verschwinden sollte, wäre Südamerika keine Reise mehr wert. Wir haben jedoch die lebensfrohen Südamerikaner als Stehaufmännchen kennengelernt. Wir glauben, dass sie auch einer unkomfortablen Situation wieder viele positive Seiten abgewinnen können. Das Leben wird nicht nur weitergehen, es wir auch wieder glücklich.