In unseren «Dieselgesprächen» kommt immer mal wieder die Diskussion auf die Felgengrösse. Die meisten Kollegen haben für ihre Bedürfnisse die optimalen Felgen gewählt. Ich versuche hier einigermassen neutral die Vor- und Nachteile der beiden möglichen Felgengrössen aufzuzeigen.

Felgentypen

An LKWs werden heute hauptsächlich einteilige Felgen in Aluminium oder Stahl verbaut. Früher wurden vielfach mehrteilige Felgen verwendet, damit die Reifen einfacher montiert und demontiert werden konnten, mit dem heutigen Material ist das nicht mehr notwendig. Häufig sind unsere Langzeitreisemobile auf älteren LKWs aufgebaut, deshalb hier noch ein kleiner Abriss über mehrteilige Felgen.

Von Georg-Fischer (GF) wurde die Trilex-Felge entwickelt. Wie der Name sagt, ist die Felge dreiteilig. Zur Reifenmontage muss die Felge radial geteilt werden. Der Vorteil ist, dass der Reifen vor Ort ohne maschinelle Hilfe gewechselt werden kann. Im Online Archiv von +GF+ sind noch Montageanleitungen zu finden.

Später wurden meist Sprengringfelgen verbaut. Auch Sprengringfelgen sind mehrteilige Felgen damit der Reifen einfacher montiert werden kann. Im Gegensatz zur Trilex-Felge wird die Sprengringfelge axial zerlegt. Herman unterwegs hat eine sehr detaillierte Anleitung zur Montage von Sprengringfelgen ins Netz gestellt.

Hutchinson Felgen

Die Felge mit Beadlock ist ebenfalls eine zweiteilige Felge, die axial zerlegt wird. Wir fahren selbst mit einer solchen. Durch den Stützring wird der Reifen und die Felge gegeneinander verklemmt, so dass ein Durch- oder sogar Abrutschen des Reifens von der Felge bei tiefen Luftdruck im Reifen verhindert werden kann. Dies ist bei Schlamm- und Sandpassagen sehr vorteilhaft. Eine entsprechende Montageanleitung gibt es bei Hellgeth.

Bei der einteiligen Felge verhindert der Hump, dass der Reifen in Kurven und bei weniger Luftdruck vom Felgen rutscht.

22.5 Zoll-Felge

Die meistgebauten LKW-Reifen auf der Welt passen auf die 22.5-Zoll-Felge. Mit dieser Felge kann somit sicher am wirtschaftlichsten gefahren werden. Durch die grössere Felge können keine 100%-Reifen montiert werden, sondern 80%- oder 65%-Reifen, also Reifen mit relativ niedrigen Seitenwänden. Dies bedeutet auch dass die Karkasse entsprechend schwächer ist als bei 100%-Reifen. Auf dem Markt existieren nur bedingt off-road-taugliche Reifen für diese Felgengrösse. Die Felgen wurden hauptsächlich für den Fernverkehr entwickelt und nicht für den Off-road-Betrieb.

20-Zoll-Felge

Aufgrund des geringeren Innendurchmessers ist die Verwendung nur mit den im Durchmesser ausreichend klein bauenden Trommelbremsen möglich, es ist also nicht so einfach möglich von einem LKW mit 22.5-Zoll-Felgen auf 20 Zoll umzurüsten. Durch die kleineren Räder können 100%-Reifen montiert werden. Reifen mit 100%-Flanken sind auf den 20-Zoll-Felgen etwa so gross im Umfang wie 85%-Reifen auf 22.5-Zoll-Felgen. Auf die 20-Zoll-Felgen gibt es Reifen mit Off-road-Profil im Format 14.00R20 oder 16.00R20.

Fazit

Wenn ein voll off-road-taugliches Fahrzeug gewünscht wird, ist die 20-Zoll-Felge die richtige Wahl. Viele Kollegen fahren mit Baustellenprofilen auf ihren Fahrzeugen, sie argumentieren, dass sie in fast allen Situationen auch mit Baustellenreifen an ihr Ziel kommen. Die Wirtschaftlichkeit spricht natürlich klar für diese Art Reifen. Ich vertrete die Auffassung, dass wenn man sich ein teures Fahrzeug mit viel aufwendiger Off-road-Technik anschafft, es keinen Sinn macht am Schluss bei den Reifen zu sparen. Alle Diff-Sperren nützen im Schlamm mit Slicks nicht viel.

Danksagung

Ich bedanke mich bei untenstehenden Fachleuten. Sie haben mir freundlicherweise technischen Input geliefert.

  • Karl Mauer, Toni Maurer GmbH & Co KG
  • Ulrike Burkhart, Mercedes-Benz Trucks
  • Christian Künzle, Nutzfahrzeuge Lachen