Informationen zur Atlantiküberquerung

Stand November 18, Grande Brasile

Verpflegung

Das Essen ist sehr reichlich und gedacht für Matrosen, die den ganzen Tag hart arbeiten müssen. Der philippinische Koch ist sich nicht wirklich gewohnt europäisches Essen zuzubereiten. Es gibt zweimal pro Tag Fleisch mit mikromini Gemüseportionen dazu. Also nichts für Vegetarier. Erst nach einer Reklamation von uns wurde nach zwei Wochen eine andere Beilage als verkochte Bratkartoffeln serviert. Die Alternative waren dann verkochte Teigwaren und klebender Reis. Alle Speisen werden vermutlich mindestens eine Stunde vor der offiziellen Essenszeit fertiggestellt und sind immer kalt. Der Kapitän erklärte uns, dass ihm pro Passagier und Tag ein Budget von € 5.70 zur Verfügung stehen würde. Bei dem Preis, den wir pro Person bezahlen, ist das nicht ganz nachvollziehbar. Es empfiehlt sich, Speisen, die man ab und an gerne isst, selbst mitzunehmen und allenfalls auch selbst zuzubereiten. Wir wurden vom Kapitän auch eingeladen, selbst zu kochen, allerdings würde der Koch das gar nicht schätzen. Von anderen Reisenden haben wir jedoch gehört, dass der Koch an diesen Aktionen Freude hatte und dass auf anderen Schiffen wesentlich besser gegessen wurde.

Wasser

Wasser gibt es auf dem Schiff zur Genüge. Man kann ordentlich duschen und muss nicht sonderlich sparsam damit umgehen. Das Brauchwasser wird in einer Vakuumanlage aus Meerwasser aufbereitet. Das Wasser ist gemäss Ingenieur nicht geeignet zum Trinken, aber auch nicht gefährlich. Heisses Wasser gibt es viel mehr als kaltes, da das Wasser in einem Wärmetauscher durch das Kühlwasser aufgeheizt wird. Zum Trinken steht ausreichend stilles Mineralwasser zur Verfügung.

Strom

Da der Schiffsgenerator genügend Strom produziert, steht Strom jederzeit und ausreichend zur Verfügung. Mit den Schukosteckern und den Europasteckern können die Geräte jederzeit zum Laden angeschlossen werden. Steckdosen gibt es in allen Kabinen. Der Chief offeriert auch das Anschliessen der Fahrzeuge an „Landstrom“ oder „Schiffsstrom“ um die Batterien der Fahrzeuge zu laden. Auch ist es möglich im Hafen den Motor laufen zu lassen.

Geld

An Bord braucht man kein Geld. Je nach Kapitän gibt es bei ihm Kleinigkeiten zu kaufen, meist Alkohol. Diese Beträge sind immer in USD und cash zu begleichen.

Unterkunft

Im Voraus werden wir darauf hingewiesen, dass wir uns auf einem Frachtschiff befinden und nicht auf einem Passagierschiff. Unsere Unterkunft ist zwar für eine Kajüte gross, da wir die Owner‘s cabin gebucht haben, die über ein Tageszimmer, ein Schlafzimmer und ein Bad verfügt. Die Qualität der Einrichtung und die Sauberkeit entsprechen jedoch einer in die Jahre gekommenen Jugendherberge in einem Entwicklungsland. Die Polstergruppe ist dermassen schmutzig, dass wir uns nur auf Tüchern daraufsetzen. Sie ist achtzehn Jahre alt und wurde offensichtlich stark gebraucht. Der Preis für die Kabine entspricht jedoch eher einem Hotel der gehobenen Klasse. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist eine absolute Frechheit. Die fensterlosen Innenkabinen sind zwar deutlich günstiger, das Preis-Leistungs-Verhältnis bleibt jedoch gleich bescheiden. Gemäss Beschrieb von Grimaldi wird die Owner’s cabin täglich gereinigt (wie die Offiziersunterkünfte) und die Wäsche wöchentlich gewechselt! Wir erhalten nur nach Reklamation eine schnelle Reinigung pro Woche und Wäsche, wenn wir intensiv nachfragen. Frottewäsche hat es so wenig, dass unsere Tücher erst gewaschen werden müssen, bevor es wieder welche gibt (dieselben). Wir waschen sie daher selbst.

Internet

Der Kapitän organisiert im ersten Hafen in Brasilien für alle, die wollen, SIM-Karten mit 1GB Daten für 20 USD. Das ist extrem praktisch und reicht bis Montevideo.

Besichtigungen

Gemäss Grimaldi darf man überall auf dem Schiff als Passagier hin, ausser der Kapitän gibt andere Weisungen. Das haben wir auch so erlebt. Die Parkdecks sind zwar für Passagiere nicht zugänglich, wir konnten jedoch jederzeit beim Chief anfragen, ob wir zu unserem Fahrzeug können und das wurde auch immer bewilligt. Ein Seemann hat uns jeweils aus Sicherheitsgründen begleitet, super! Während den Arbeiten auf dem Deck, auf dem unsere Fahrzeuge standen, konnten wir so in den Häfen Wache schieben und unsere Fahrzeuge vor Dieben schützen.

Wenn es die Zeit zuliess hat der Kapitän für die Passagiere Landgänge organisiert, in unserem Fall z.B. in Rio.

Die Besichtigung des Maschinenraums mit entsprechenden Erklärungen des Chefingenieurs war sehr beeindruckend.

Ausser bei komplizierten Manövern konnten wir jederzeit auch auf die Brücke und die Wachhabenden mit Fragen löchern.

Zu- und Ausfahrt aus dem Hafenareal

Zufahrt in Antwerpen

Bevor man mit dem Fahrzeug in den Hafen fahren kann, müssen alle Passagiere die

auf dem Schiff mitfahren, zur Einwanderungsbehörde (Immigration office, das Gebäude ist mit „Police“ beschriftet).

Die Adresse lautet:

Antwerp Schengen Immigration Office

Kauwenstein (zwischen Boudewijnlock und Van Cauwelaertlock)

2040 Antwerpen, Belgien, Tel: 0032.3.546.07.30

N51° 16.652′ E4° 19.924

 

Dort erhält man ein abgestempeltes Dokument, das man für die Einschiffung benötigt.

Damit das Dokument erstellt werden kann, muss das Schiff bereits im Hafen liegen.

Spätestens muss dies jedoch 6 Stunden vor Abfahrt des Schiffes geschehen. Die Behörde hat 24 Stunden geöffnet (auch am Wochenende).

Danach kann man direkt zum Hafenterminal (Haven / Kaai 1333, bei Grimaldi) fahren. Es braucht keine zusätzlichen Papiere mehr, man direkt zur Barriere fahren und die Papiere dem Angestellten vorlegen. Er erklärt dann, wo das Schiff genau liegt. Auf dem Hafengelände sind grundsätzlich Fussgänger verboten. Aussteigen ist nur mit einer Warnweste gestattet und auch sehr empfehlenswert bei den vielen Bewegungen im Hafen. Der wachhabende Offizier vor dem Schiff nimmt uns in Empfang und führt uns zu unserer Kabine. Das Fahrzeug kann selbst eingeparkt werden, sobald der Chief den Platz zugewiesen hat.

Leuten, die ihr Fahrzeug verschiffen, ohne selbst auf dem Schiff zu sein, empfehlen wir einen Drehzahlbegrenzer einzubauen. Die Driver drehen die kalten Motoren mit Vollgas so lange hoch bis der notwendige Druck erreicht ist.

Ausfahrt aus dem Hafen in Montevideo

Sobald das Schiff komplett entladen ist, gibt der Verantwortliche die Ladung frei. Die nette Dame von Grimaldi begleitet uns zur Zollkontrolle für das Fahrzeug und die Passkontrolle. Alles ist in ca. einer Stunde erledigt. Der Zoll war grosszügig und wollte lediglich kontrollieren, ob es sich tatsächlich um Wohnmobile handelt.

Wir mussten keine weiteren Zahlungen leisten.

Wäsche

An Bord befinden sich eine Waschmaschine und ein Tumbler. Die Zeiten, wann die Passagiere und wann die Offiziere waschen dürfen sind festgelegt, wird aber von den Offizieren nicht wirklich eingehalten. Niemand stört sich daran. Waschpulver ist vorhanden.

Sicherheit

Während der Aufenthalte in den Häfen ist es von Vorteil, wenn man das eigene Fahrzeug bewachen kann. Das war in unserem Fall immer möglich und der Chief hat das sogar bevorzugt. Auf dem Kabinendeck haben wir uns sehr sicher gefühlt. Auf Grund des guten Kontaktes zur Crew war für uns ein Diebstahl in unserer Kabine oder an unserem Fahrzeug unvorstellbar. Hingegen wurde auf einem anderen Deck an einer Harley Davidson sämtlich Satteltaschen demontiert. Wir haben auch beobachtet, wie der Stapelfahrer ein Video der gesamten Ladung erstellt hat und das allenfalls an den nächsten Hafen weitergeleitet hat, auch verkehrten auf unserem Deck immer wieder mal offizielle Fahrzeuge und Hafenarbeiter, die eigentlich hier nichts zu suchen hatten, alle beobachteten einfach die Ladung.

Mitnehmen an Bord

  • Fotos und Videos zum Vorführen
  • Haltbare Lieblingsspeisen (z.B. Vollkornbrot oder Süssspeisen etc.)
  • Apéro
  • Lesestoff
  • Gesellschaftsspiele
  • Eigene Campingstühle hochnehmen

Kosten

Eignerkabine für zwei Personen EUR 7’574.70 CHF 8’731.57
Verschiffungskosten Globi und Ernstli EUR 5’684.00 CHF 6’552.11
Hafengebühren Montevideo EUR 0.00 CHF 0.00
Total CHF 15’283.68

Verschiffungsagent

Seabridge
Wilhelm Heinrich Weg 13
40231 Düsseldorf
GERMANY
Tel.: +49-(0)211-210 8083
Fax: +49-(0)211-210 8097
seabridge@t-online.de
www.seabridge-tours.de
Sandra Grabo

Agent in Antwerpen

Waterclerk
Grimaldi Belgium N.V.
Tel:+32 3 545 89 10   direct 89 11
Fax:+32 3 545 89 50
Mob : +32.478.800.736
Email: R.Vanaerde@grimaldi.be
Roland Van Aerde

Agent in Montevideo

KMA Uruguay
25 de Mayo 713
901 Montevideo
CP 11000
Tel: +598 2 909 1412
www.kma.com.uy
shuitzil@kam.com.uy
Socorro Huitzil

Orte zur Vorbereitung für die Verschiffung

Campsite

CamperPark Antwerpen
Vogelzanglaan 7, B-2020 Antwerpen
Tel: +32-477-800 880
www.camperparkvogelzang.be
info@nocterra.com
N 51.18944 / E 04.40055

Hotel mit ausreichendem Parking

Kasteel Solhof Hotel
Baron van Ertbornstraat 120
2630 Aartselaar, Antwerp
Telephone +32 (0) 3 877 30 00
info@solhof.be
www.solhof.be
N51° 08.263′ E4° 23.624′

Orte zur Inbetriebnahme

Campsite
Paraiso Suizo
Ruta-1 (Interbalnearia)
Jaureguiberry
GPS: 34.77981S, 55.430238W
Kontakt: Silvia Koller & Heinz Stüssi
info@paraisosuizo.com
www.paraisosuizo.com
2018-12-11T22:36:55+00:0011. Dezember, 2018|Atlantik, Infos|

3 Comments

  1. Nitthard Gouma 18. Dezember 2018 um 02:44 Uhr

    Was hättest Euch viel Pech,dass der wagen ,do slecht gênant war.

  2. Ernie 15. Januar 2019 um 11:49 Uhr

    Hallo Gabi und Peter
    Danke für die guten Informationen. Seid ihr nie seekrank geworden? Davor hätte ich grossen Respekt, da ich das schon mal erlebt habe. Schöne Weiterreise und wir freuen uns, dann auch mal was von Südamerika zu hören und zu sehen – auch bewegte Bilder ….

  3. Peter Strub 19. Januar 2019 um 15:08 Uhr

    Salut Ernie
    wir hatten keinen Anlass um seekrank zu werden, der Frachter ist wie ein Bus über den Atlantik gefahren! keinen Seegang! Bilder kommen!!
    lgGabi&Peter

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