Stand März/April 19

Lebensmittel

In den grösseren Orten gibt es grosse Supermärkte, wo alles Nötige gekauft werden kann. In den grossen Städten gibt es auch Shoping Mals mit einem Angebot von Europäischen Waren. Auf dem Land existieren nur die kleinen Lädeli, die zwar auch „supermercado“ heissen, die aber nur ein sehr begrenztes Angebot haben man, meist aber lokale Frischwaren. In den Bergdörfern sind die Lädeli nicht einmal angeschrieben, man muss einfach wissen an welcher Türe man anklopfen muss. Für uns erleichtert das das Einkaufen nicht, aber fördert den Kontakt zur lokalen Bevölkerung. Die tollen, offenen Märkte gibt es in den Andendörfern noch, aber sie wollen gefunden werden.

Wasser

Die Tankstellen verfügen immer über einen Wasseranschluss mit Trinkwasser, der gratis ist. Häufig haben wir auch den Tourist Infos Trinkwasser erhalten. In den Campingplätzen ist die Qualität nicht immer perfekt.

Diesel

Das Tankstellennetz ist sehr dicht, ausser natürlich in den Anden, da sind schon mal Reichweiten über 1‘000km ganz hilfreich. Der Verbrauch ist in dieser Höhe und bei den Pisten etwas höher als auf heimischen Teerstrassen. Die Diesel-Qualität ist für moderne Motoren gut geeignet. Der Schwefelgehalt ist bei der günstigen Sorte bei 1‘500ppm und bei der teureren Sorte bei 10ppm. Wir haben konsequent die teurere Variante gewählt auch wegen der Höhe.

Geld

Die Währung, argentinischer Peso, ARS, ist einfach zu erhalten und frei konvertierbar. Der Kurs ist etwas günstiger, wenn man in Wechselstuben USD in ARS tauschen kann. ATMs gibt es in den meisten Ortschaften. Die Kreditkarten werden eigentlich überall ausser in den kleinen Dorfläden akzeptiert.

Standplätze

Freistehen ist eigentlich überall möglich und mindestens geduldet, ausser da, wo es Viehzucht hat, weil dann alles eingezäunt ist. iOverlander hat auch in diesem Land einige gute Plätze eingetragen. Gemeindeeigene Campingplätze gibt es sehr viele, meist jedoch extrem laut und unsauber.

Internet

Wir hatten von allen drei grossen Providern je eine SIM-Karte gekauft. In den Anden ist Personal am besten, Movistar hat häufig, Claro selten Empfang. Grundsätzlich gibt es in den Anden kein Netz ausser das Gratis-WIFI bei Tankstellen. Unter 1’000müM bestand eine akzeptable Internetabdeckung. Der Kauf einer Prepaid SIM-Karte ist relativ anstrengend und kompliziert, wir verbrauchten jeweils mehr als einen halben Tag. Aufladen kann man die Karten nicht bei dem jeweiligen Provider, sondern lediglich in Kioskos, aber sehr einfach.

Ausserhalb des Andengebietes ist das Internet im Norden von Argentinien mit häufig 4G sehr ansprechend. In der Provinz San Luis gibt es in alle Ortschaften ein offenes, staatliches WIFI.

Strassen

Die Strassen im Flachland sind weitgehend sehr gut. Die ungeteerten Strassen werden zunehmend weniger. In den Anden sind die meisten Pisten ordentlich, es gibt jedoch schon Passagen bei denen Allrad von Vorteil ist. Die einsamen Orte sind wie überall auf der Welt nur mit entsprechenden Fahrzeugen zu erreichen. Jede Provinz erhebt auf den grossen Strassen eigene Strassengebühren, die jedoch nicht besonders hoch sind.

Vorschriften für schwere Motorwagen

Scheinwerfer über der Frontscheibe sind verboten.

Auf dem LkW muss ein „80“-Schild angebracht werden. Auf den Seiten müssen gut sichtbare Reflektoren vorhanden sein. Wir hatten weder an der Grenze noch an den Polizeikontrollen je eine Anmerkung, dass irgendetwas an unserem Gefährt nicht den örtlichen Vorschriften entsprechen würde. Die Polizei hat uns während unseres Aufenthalts in Argentinien kein einziges Mal speziell kontrolliert. Die normalen Polizeikontrollen passierten wir immer anstandslos und mit äusserst freundlichen Beamten.

Die meisten LKW-Waagen an den Strassen sind ausser Betrieb. Als Wohnmobil müssen wir jedoch nicht über diese Waagen, weil klar nur „cargo“ gefragt ist. Vor den grösseren Orten ist relativ schlecht sichtbar jeweils ein Schild „circulation transito pesado“ (LKW-Umfahrung) angebracht. Wir empfehlen sehr mit dem LKW diese Umfahrungen zu befolgen, denn die Ortschaften sind z.T. so eng und voller tiefen Leitungen und Ästen, dass es für LKWs sehr unangenehm werden kann.

Grenzformalitäten

Wir sind von Fray Bentos über den Rio Uruguay nach Gualeguaychu nach Argentinien eingereist. Die Grenzbüros der beiden Staaten sind in ein und demselben Gebäude, es ist für uns nicht klar, welcher Beamte für welches Land zuständig ist. Wir müssen den Fahrzeugzettel von Uruguay abgeben und erhalten einen neuen für Argentinien. Leider erhalten wir lediglich ein Visum für 90 Tage. Manchmal gibt es auch ein Visum für 8 Monate. Niemand weiss nach welchen Grundlagen die entsprechende Entscheidung getroffen wird. Das Fahrzeug muss mit uns wieder ausreisen. Der Zöllner, der das Fahrzeug kontrolliert ist sehr relaxed: Wohnmobil okay.

Abfertigungsdauer: 1h
Visakosten für 2 Personen ARS 0.00
Schlepper: ARS 0.00
Fotokopien: ARS 0.00
Roadtax Globi: ARS 1‘500.00 nur für diese Provinz oder sogar nur als Brückenzoll
Roadtax Ernstli: ARS 0.00
Versicherung für ganz Mercosur: USD 788.00 p.a. Muss vor dem Grenzübertritt abgeschlossen und bestätigt sein.
Weitere Gebühren wurden am Zoll nicht erhoben.

Persönliche Beobachtungen

In den Supermercados gibt es immer Fernet-Branca, ein Getränk, das wir sonst nirgends ausser in Italien oder Europa gefunden haben. Die Auslagen waren immer sehr gut bestückt, fast die gleiche Anzahl Flaschen wie bei Coke! Bald stellten wir fest, dass die Jungen hier alle Cola mit Fernet-Branca trinken und zwar 50:50! Für mich als Fernetliebhaber etwas Fürchterliches. Etwas befremdlich für Europäer ist, dass sämtliche Fahrzeuge, die über Blaulicht verfügen, immer mit diesem herumfahren. Kein Mensch nimmt mehr Rücksicht auf sie, weil niemand weiss, ob sie wirklich einen Notfall haben.

In den meisten Orten hat es zentrale Plätze, die sehr ordentlich gepflegt werden. Diese Plätze sind mit outdoor Fitnessgeräten und kleinen Parks ausgerüstet. Die Fitnessgeräte werden auch immer wieder benutzt!

Unsere persönlichen Highlights

Nordanden

  1. RP Ischigualasto (gewaltige, geführte Rundfahrt) S30° 06.866′ W67° 53.964′
  2. Valle Calchaquies RN 40 (Felsstrukturen) S25° 40.965′ W66° 05.121′
  3. Sierra de San Luis RP 9 (Pass mit gewaltiger Aussicht) S32° 42.994′ W66° 09.696′
  4. Laguna Blanca (Bergsee mit Guanacos) S26° 37.496′ W66° 56.358′
  5. Quebrada del Toro RN 51 (Tal der vielen Farben) S24° 27.446′ W65° 56.966′
  6. Los Cardones (Kakteen) S25° 10.319′ W65° 49.638′
  7. colored rocks on RP 412 (farbige Felsen) S31° 28.681′ W69° 23.790′
  8. Olacapato Grande – Chico RN 51 (Aussichtsstrasse) S24° 09.671′ W66° 39.554′
  9. PN Sierra de las Quijadas (Wanderung in den Felsen) S32° 28.421′ W66° 57.739′
  10. antes de Antofagasta de la Sierra (Vulkane) S26° 12.367′ W67° 24.147′

Unsere Highlights sind auf der Routenkarte als Wegpunkte H01 – H10 eingetragen.

Nordargentinien

  1. Cuesta de El Portezuelo (genialer Aussichtspunkt) S28° 29.934′ W65° 36.608′
  2. Sal de Guayatayoc (begehbarer Salzsee) S23° 31.622′ W65° 59.505′
  3. RP 72 Jujuy (einsame, anspruchsvolle Strasse) S22° 45.216′ W65° 33.162′
  4. Quebrada del Condorito (Passstrasse) S31° 44.251′ W64° 54.504′
  5. Quebrada de Humahuaca (sehr schönes Tal) S23° 16.866′ W65° 21.774′
  6. Córdoba (lebendige Stadt) S31° 24.994′ W64° 11.058′
  7. Markt in La Quiaca (richtiger Markt) S22° 06.223′ W65° 35.634′
  8. Puerta de Lipan (Passstrasse mit Aussicht) S23° 41.245′ W65° 37.769′
  9. Orosmayo, Provinz Jujuy (wunderschönes Tal entlang dem Rio Ajedrez) S22° 36.820′ W66° 23.122′
  10. PN Calilegua (Urwald) S23° 45.504′ W64° 51.122′

Unsere Highlights sind auf der Routenkarte als Wegpunkte H01 – H10 eingetragen.

Unsere Statistik

Tagesausgaben für 2 Personen:

Food
Alkohol
Nonfood
Kleider
Exkursionen
Restaurant
Standplätze
Transport
Internet / Tel
Gebühren
Gesundheit
Diesel
CHF  13.68
CHF  7.18
CHF  0.31
CHF   1.04
CHF   2.33
CHF   6.24
CHF  0.61
CHF  1.24
CHF  0.89
CHF  0.83
CHF  0.32
CHF  1.12/L