Asado auf einer Estancia

16.11.18. – 17.1.19

Gauchos

Ein wenig Landesgeschichte und Romanze erlebten wir bei unserem Aufenthalt auf einer Estancia. Das Leben der Gauchos. Wir hatten zwar auch ein Asado unter fast freiem Himmel, aber nicht mitten in der Prärie und nicht jeden Abend. Dafür durften wir jeden Tag ausreiten. Reiten über die weiten, flachen Felder ist schon ein spezielles Gefühl. Am zweiten Tag begleitete ich die Reiter allerdings mit Ernstli. Natürlich nur weil ich den Fotoapparat nicht mit auf das Pferd nehmen konnte. Ich war danach ziemlich stolz – auf Ernstli, er kommt überall wirklich offroad durch. Der klassische Viehtrieb an einem Abend mitten durch die Estancia war sehr eindrücklich.

Wasser

Das Wetter in Uruguay überraschte uns doch sehr. Wir kamen mit der Vorstellung von heissem, trockenen Sommer und erhielten extrem starken Sturm, viele Gewitter und riesige Wassermassen geboten. Einmal war das zwölfstündige Gewitter so heftig, dass Globi die Ohren (Rückspiegel) nach vorne geklappt wurden, Licht brauchten wir in dieser Nacht auch nicht, da die Blitze unablässig die Nacht zum Tag werden liessen. Wir waren andern Tags froh, dass wir nicht in der Nähe von Bäumen gestanden sind, von denen lagen etliche quer über der Strasse.

Auf der Piste zur Estancia war eine kleine Steinbrücke komplett unter Wasser. Da wir wussten, dass unter dem Wasser eine Brücke war, konnten wir jedoch einfach durch das Wasser fahren. Als wir die Estancia wieder verlassen wollten, war die Brücke nicht mehr überflutet, aber sie war nur noch so breit, dass ein Velo hinüberfahren konnte, der Rest war weggespült. Die Durchquerung des Flusses neben der Brücke diskutieren wir, verwarfen die Idee wegen den steilen Böschungen jedoch wieder. Also bauten wir die Brücke in Handarbeit mit losen Steinen notdürftig wieder auf. Ob die losen Steine die Tonnagen von Globi tragen würden, wussten wir erst im Nachhinein. Sie taten es. Eine andere Brücke auf einer Überlandstrasse war ebenfalls auf eine Länge von etwa 500 Meter vollständig überflutet. Auf beiden Seiten stauten sich Fahrzeuge und Einheimische. Nach einer kurzen Situationsanalyse beschloss ich, dass Globi das schaffen würde. Er schaffte es. Die Warteten beklatschen Globi frenetisch, als wir am anderen Ufer ankamen.

Bei Mercedes wollten wir an der Rambla übernachten. Die Rambla war aber komplett unter Wasser. Gleichentags löste sich ein verankertes Schiff und schlug gegen eine Drehbrücke, über die der gesamte Verkehr fliesst. Die Brücke ist seitdem ausser Betrieb.

Erlebnisse zum Schmunzeln

In Chuy, einer Stadt im Norden des Landes befuhren wir die Strasse stadtauswärts. Die eine Strassenseite ist Uruguay, die andere Brasilien. Wir mussten auf der Brasilianischen fahren. Wie hier die Grenzkontrollen funktionieren, ist uns schleierhaft, wir mussten jedenfalls nirgends unsere Pässe zeigen.

In Colonia suchten wir verzweifelt einen ruhigen Standplatz. Die lokale Bevölkerung ist ja bekanntlich ziemlich lärmunempfindlich. Nach mehreren Versuchen half uns ein Einwohner einen netten Platz am Rio zu finden, weit weg von allen und total ruhig. Um 0200h ging dann die Strandbar, etwa 200 Meter entfernt, auf. Die Musik wurde um 0700h wieder ausgeschaltet. Na ja, wenn wir jünger gewesen wären, …

Gabi sitzt neben Globi und liest. Dauernd fliegt ein kleiner Vogel mit Nestbaumaterial an ihr vorbei. Irgendwie findet sie das komisch und geht der Sache nach. Der Kleine wollte tatsächlich in unserem Fäkalienauslass sein Nest bauen. Gabi hat es brachial zerstört.

Beim anderen Erlebnis das Gabi mit einem Tier hatte, waren die Rollen ein wenig vertauscht. Gabi streichelte eine Echse mit einem Ästchen. Die Echse missverstand das und attackierte Gabi unter Fauchen und geöffnetem Mund mit einem riesigen Satz.

Der Kühlschrank muss in warmen feuchten Gebieten etwas öfters abgetaut werden. Wir tauten den neuen Kühlschrank das erste Mal ab. Ich war richtig begeistert ob der super Konstruktion. Kein Wasser lief in den Kühlschrank, immer trocken. Aber das Eis schmolz. Na ja, irgendwie mussten wir der Sache auf den Grund gehen. Unter dem Eis an der Rückwand ist eine tolle Wasserschale mit einem Abflussröhrchen gebaut. Das Röhrchen schaute hinter dem Kühlschrank raus. Das Wasser floss also hinter unsere Möbel. Seitdem wissen wir auch, wie man die Waschmaschine ausbaut und wie man die fünf Liter Eiswasser aus allen Kabeln und Röhrchen hinter den Möbeln aufsaugt.

Eine immer wieder erfreuliche Arbeit ist das Aufladen unserer SIM-Karte. Dazu muss die Karte aus dem Router in ein Mobil umgebaut werden. Beim Wiedereinlegen in den Router ist mir die Karte aus den Fingern gerutscht und in den Router reingefallen. Das Zweifeln an meiner Feinmotorik half nicht weiter. Ich musste den Router und den WIFI-Sender ausbauen und dann zerlegen. Erfreulicherweise rutschte die SIM-Karte nicht einfach in den Router, sondern auch noch hinter die Platine, die musste nach dem Gehäuse auch noch demontiert werden. Aber, – der Router läuft wieder.

Kollegen

In Uruguay haben wir relativ viele Kollegen getroffen. Schon in den ersten Tagen besuchten uns Paola und Dieter mit ihrem 3-Achser Mercedes. Dieter kennen wir schon länger über Internet und jetzt auch noch persönlich. Wir hatten einige nette Abende zusammen.

In Montevideo trafen wieder Gloria und Renato. Sie sind unterwegs in den Süden. Wir hoffen sie noch oft zu treffen.

Karin und Oliver mit ihrem 3-Achser MAN trafen wir an der Laguna Rocha und da erlebten wir zum ersten Mal, dass sich drei 3-Achser Expeditionsmobile am selben Standplatz vereinen! Karin und Oliver kennen wir persönlich aus Europa und jetzt zum ersten Mal unterwegs.

Ebenfalls zum ersten Mal seit wir mit Globi unterwegs sind, hat uns jemand besucht. Diana, Gabis beste Freundin, ist mit einem gemieteten 4×4 Wohnmobil einen Monat mit uns gereist. Wir hatten eine sehr schöne Zeit zusammen und möchten das nicht missen.

Ganz am Schluss unseres Aufenthalts in Uruguay trafen wir Marion und Walter, die wir bereits in Botswana kennengelernt haben wieder. Ihnen beiden konnten wir Wichtigkeiten aus Europa mitbringen.

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